Vom Bauchbewohner zum Brustbewohner

Vom Bauchbewohner zum Brustbewohner

Ach, was war das schön…die ersten Tage haben wir – mein Mann, unser Neuankömmling und ich – uns auf die Couch gefletzt und gekuschelt. Perfekt hat Hases Kopf in die Kuhle zwischen Brustbein und Kinn gepasst. Und wenn er nicht gerade gestillt hat, schlief er glücklich und zufrieden auf meiner Brust, bzw. in der eben erklärten Kuschelkuhle. Mein Mann und ich haben uns fast darum gestritten, auf wessen Brust er dahindösen darf. “Gib ihn mir mal!”, “Nein, ich will ihn jetzt kuscheln!” und ähnliche Sätze fielen.

Jetzt ist der Hase so groß, dass gar nicht mehr in die Kuschelkuhle passt. Und er hat auch gar keine Lust mehr – ist halt schon ein Großer. Jetzt holt er sich gerne seine paar Mumi Schlücke ab und auch lange Still-Seasons sind immer noch gerne angesagt. Aber einfach so kuscheln auf der Brust? Ne, is nicht mehr drin. Und jetzt wird mir langsam klar, warum vor einem Jahr alle noch gesagt haben “Genieß` die Babyzeit!”

Jetzt, nach einem Jahr, habe ich gut reden und wenn ich so zurück blicke, sehne ich mich schon ein bisschen nach diesen Kuschelzeiten zurück.
Aber ich habe nicht vergessen, dass die ersten Wochen auch sehr anstrengend waren. Kuscheln schön und gut, aber ich wollte doch auch mal essen. Oder die Wohnung saugen, oder auch einfach mal in Ruhe duschen. Die Rechnung hab ich nicht mit dem Hasen gemacht. Sobald der Körperkontakt abbrach, war das Weinen groß und da mein Mutterinstinkt anscheinend gut ausgeprägt ist, gab es halt nur eine 5 Minuten-Dusche mit Baby im Bad, Essen mit Baby im Arm und Wohnung saugen…naja, sagen wir mal so: man konnte nicht gerade vom Boden essen. Scheiß drauf, ich hatte einen Brustbewohner, der entweder einfach kuscheln oder wahlweise auch ein bissl nuckeln wollte.

Es soll ja Leute geben, die meinen, man (bzw. frau) solle das Kind nicht verziehen. Aber mal ganz ehrlich: ich habe noch nie jemanden gehört, der gesagt hätte “Puh, jetzt habe ich aber viel zu viel gekuschelt.” oder gar “Boa, jetzt hab ich aber wirklich genug Liebe bekommen.”
Wenn es etwas gibt, wovon es einfach nicht zu viel geben kann, dann ist es Nähe und Liebe!

So, ich kuschel mich dann jetzt mal an den Hasen im Bett. Auf meine Brust will er ja nimmer, aber zum Glück noch an meine Brust ♥

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