Siesta macht müde Eltern wieder munter!

Siesta macht müde Eltern wieder munter!

Nein, die Mittagsruhe zur heißen Tageszeit ist nicht nur was für Spanier, sondern – egal bei welchen Temperaturen – auch und vor allem eine tolle Erfindung für müde Eltern!

Seit geraumer Zeit hat sich bei meinem Sohn ein recht geregelter Mittagsschlaf herauskristallisiert. Rückblickend ungefähr, seitdem wir unser Riesen-Familienbett haben und ganz ohne irgendwelche Trainings oder künstlich auferlegte Rhythmen. Zuvor ist er eigentlich immer irgendwo beim Stillen eingeschlafen, Hauptsache er durfte sich an mich kuscheln und an meiner Brust ins Land der Träume nuckeln. Wann und wo, war dann eigentlich nebensächlich.

Seit ca. 3 Monaten gehen wir nach dem Mittagssnack gemeinsam ins Bett und was soll ich sagen? Es ist toll! Der Hase stillt sich genüsslich in den Schlaf, ich genieße die Ruhe und den kuscheligen Moment. Manchmal, wenn die Nacht mal wieder besonders aufregend war, mach ich gleich ein kleines Nickerchen mit. Oft lese ich aber auch einfach oder surfe im Netz, oder mache mir Gedanken zu meinem Blog. Ich gebe zu, dass die Idee der gemeinsamen Mittagsruhe nicht allein auf meinem Mist gewachsen ist. Mein Hase gehört nämlich zu den vielen Babys, die auf Mamas Nähe nicht verzichten wollen, weder nachts noch tagsüber. Aber dennoch:
Schlechtes Gewissen, weil unten am Esstisch noch das Geschirr steht, die Küche mal aufgeräumt, die Fenster auch mal wieder geputzt oder der Boden gesaugt werden könnten? Fehlanzeige! Aufräumen kann ich auch später noch mit Kind. Stattdessen genieße ich unsere tägliche Siesta! Und ich brauche sie genauso wie mein Sohn auch. Eine klassiche Win-Win-Situation also :-)

Wie oft lese ich im Mütterforum „Hilfe, ich kann mein Baby nicht ablegen“, „Mein Kind wacht nach wenigen Minuten Mittagsschlaf auf“ oder „Mein Baby kann nicht allein schlafen“. Diese Mütter sind total erschöpft, fragen um Rat und bekommen allzu oft grausame Tipps a la Jedes Kind kann schlafen lernen. Auf die Frage, warum sie nicht einfach bei Ihrem Kind bleiben, kommt ausnahmslos die Antwort, sie hätten ja noch so viel zu tun. So ein Haushalt mache sich ja schließlich nicht von allein. Stimmt! Aber ist ein täglich frisch-gewischter Boden tatsächlich wichtiger als ein zufriedenes Baby? Ist es wichtiger, sofort die Teller wegzuräumen, abzuspülen und in einem Abwasch auch noch gleich die Küche zu putzen, anstatt die Bedürfnisse des Babys nach Sicherheit und Nähe zu stillen? Und, was noch viel wichtiger ist: Ist eine Mutter tatsächlich erholter, wenn sie während des Mittagsschlafs des Babys die Wohnung schrubbt? Wohl kaum.
Doch anstatt die Schlaf(und Still-)zeiten des Kindes einfach als eigene Ruhemomente zu nutzen, neigen anscheinend viele Eltern dazu, ihr Kind zu dressieren, damit es ja allein schläft und die Eltern der Hausarbeit nachgehen können. Irre, oder?! Achso, ja klar. Da wäre ja noch der „wohlverdiente“ Nachtschlaf. Darum geht es ja schließlich. Tagsüber schufften und nachts schlafen, und bitte durchschlafen, ohne Störungen durch das Kind. Ungeachtet dessen, dass Babys nunmal nicht 12 Stunden am Stück allein schlafen und auch nachts Nähe und Nahrung brauchen.

Liebe Eltern, vergesst Schlaflernprogramme! Genießt eure Kinder und die ruhige Zeit, wenn sie mal schlafen. Macht es euch gemütlich. Freut euch über lange Stillseasons, die euch zur Pause zwingen und seht sie nicht als lästige Pflicht. Bleibt bei euren Babys und ärgert euch nicht, wenn sie nicht allein im Bett liegen (bleiben) möchten. Legt euch hin, besorgt euch ein gutes Buch oder ein Tablet-PC (super zum lautlosen surfen ;-)) oder macht selbst ein kleines Schläfchen. Oder beobachtet einfach dieses süße, wundervoll schlummernde Wesen neben euch. Klopft euch auf die Schulter und seid stolz auf euer Kind, weil ihr es geschaffen habt. Macht SIESTA! Und selbst, wenn das Kind mal nicht schlafen kann. Egal, bleibt entspannt 😉

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This article has 3 comments

  1. Liebe Tanni, euer Bett find ich übrigens wundervoll!!! Bin richtig neidisch! Aber. Du wirst lachen, es gibt Eltern, die würden liebend gern neben ihrem schlafenden Baby Mittagsschlaf machen, aber das Baby lässt sich zum Schlafen nicht ablegen, es schläft nur im Tragetuch (seit einem halben Jahr)!!! Schläft auch beim Stillen nicht ein, sondern nur, wenn man mit ihm im Tragetuch geht und auch da (fast nur) nach „zumachen“ und Protest. Leider! (Hast du Tipps?) Anfangs konnt ich mich, nachdem sie eingeschlafen war, so halb sitzend, halb liegend ins Bett „legen“ und ein Nickerchen halten. Aber jetzt wacht sie davon auf. Und ich bin ein absoluter Mittagsschlaf-Fan!!!! Lesen oder Internet geht noch eher. Aber sitzend mit ab und zu aufstehen und rumgehen, bitte! (Ich versuche genügend Schlaf zu bekommen, indem ich um 21h ins Bett geh, manchmal mit meiner Tochter …) Sorry, aber das musste ich loswerden!

  2. Das „ab und zu aufstehen und rumgehen, bitte“ hätt i weglassen sollen, das ist nicht o.k. meinem Kind gegenüber. Ich wollt nur sagen, ich lass liebend gern alles liegen und stehen und würd mi a gern hinlegen … Mit ihr im Tuch hab ich erst recht keine Lust auf Hausarbeit, wär mir auch grad viel zu anstrengend! Das Gehen versuch ich manchmal als „meditieren“ zu empfinden, klappt ab und zu auch! Übrigens: sehr schöne Seite!!!

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