Oh wie schön ist ein Familienbett

Oh wie schön ist ein Familienbett

Vor einem Jahr kannte ich den Begriff „Familienbett“ noch gar nicht und schlief trotzdem schon in einem ♥

Vor der Geburt meines Sohnes habe ich mir gar nicht so sehr Gedanken gemacht. Eigentlich war klar, dass der Wurm die erste Zeit bei uns im Beistellbett, welches ich – wie so viele Möbel – günstig über ebay Kleinanzeigen geschossen habe, schlafen wird. Dennoch habe ich auch mit viel Liebe das Kinderzimmer hergerichtet. Alte Möbel aufgehübscht und – auf das waren wir besonders stolz – das  Familienbabybett von B. (mein Mann) zu neuem Glanz verholfen. In dem Erbstück hat nicht nur mein Mann, sondern auch seine Schwester, sein Vater und sein Onkel bereits zu Babyzeiten genächtigt. Ein Babyphone hatten wir auch schon lange vor der Geburt und ich dachte mir, dass Hase seinen Mittagsschlaf dann im Kinderzimmer in seinem Bett machen wird und nachts schläft er halt bei uns. Soviel zur Theorie.

Tja, und dann war dieses süße Wesen auf der Welt und alle meine Vorstellungen waren dahin. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, diesen Wurm auch nur irgendwo allein liegen zu lassen. Unten im Wohnzimmer hatten wir auch einen schicken Stubenwagen (ebenfalls ein Familienstück von B.), für den ich extra noch ein neues Nestchen genäht und eine neue Matratze besorgt hatte. Darin hat der Hase vielleicht…schätzungsweise 1 Tag insgesamt gelegen. In den 4 Monaten, als wir den Wagen dort stehen hatten.
Mal abgesehen davon, dass es so was wie Mittagsschlaf in den ersten Wochen und Monaten gar nicht gibt (wusste ich bis dato ja nicht), kam mir in den ersten Wochen auch nicht in den Sinn, den Hasen einfach dort für Stunden abzulegen. Weder im Stubenwagen und erst recht nicht oben in seinem Bett im Kinderzimmer. Never, ever! Ich habe mich schon total komisch gefühlt, wenn der Körperkontakt zu ihm abgebrochen ist. So als hätte man mir die Nabelschnur ein zweites Mal durchtrennt.

Ja ok, ich gebe zu, dass ich nach den ersten 2,3 Wochen schon auch etwas irritiert war, dass der Hase sich nicht mal für 5 Minuten in den Stubenwagen hat legen lassen. Aber dennoch hätte ich ihn nie im Leben einfach in sein Bett, bzw. in ein fremdes Zimmer legen können. Selbst nicht, als ich nach einer Stöhn-Nacht mal wieder total fertig war und mir gesagt wurde „Leg ihn doch einfach in sein Zimmer, dann hörst du das Stöhnen wenigstens nicht mehr.“ Nein, nicht eine ruhige Minute hätte ich schlafen können ohne mein Baby bei mir.

Schnell wanderte mein Sohn vom Beistellbett in „mein“ Bett und fortan schliefen wir im Familienbett. Der Begriff Ehebett oder auch Elternbett war mir eh zuwider, Familienbett hört sich doch auch viel netter an. Schließlich sind wir jetzt eine Familie. Wobei per Definition auch ein Matratzenlager oder eben ein Doppelbett+Beistellbett bereits als Familienbett betitelt werden kann. Und so gerne ich den Begriff Familienbett benutze, ist es irgendwie auch irreführend, dass ein solches Schlafarrangement einen extra Namen braucht. Schließlich liegt es eigentlich in der Natur des Menschen, dass Babys und Kleinkinder bei ihren Eltern schlafen. Unsere Vorfahren wären auch nicht auf die Idee gekommen, ihre Babys in eine separate Höhle zu legen oder auf einen anderen, kalten Stein zu betten. Dann wären wir nämlich heute nicht hier und ich könnte diesen Blog nicht schreiben, weil die Menschheit schon längst von Säbelzahntigern und Co. gefressen und ausgerottet worden wäre. Und auch heute noch wird in vielen Kulturen das neudeutsch genannte Co-Sleeping betrieben. Und zwar nicht nur in Entwicklungsländern, wo es an Raum und Platz mangelt, sondern ebenfalls in Industrienationen wie Japan. Dort ist die SIDS-Rate übrigens verschwindend gering, aber das ist ein anderes Thema.

Es kursieren so viele Ammenmärchen zum Familienbett im Netz und gleichzeitig aber glücklicherweise auch Belege über die Vorzüge des Co-Sleepings. Doch trotz all der Studien über Vorteile des gemeinsamen Schlafens von Eltern und deren Babys war vor einem Jahr der Schritt zum Familienbett für uns keine Kopfentscheidung. Wir sind vielmehr unseren Herzen gefolgt und der Hase hat uns den Weg gezeigt, indem er klar gemacht hat, dass er nicht allein sein möchte.

Hier meine Top 3, warum das Familienbett so toll ist:

  • Es erleichtert ungemein das nächtliche Stillen! Ich muss nicht extra aufstehen, sondern kann den Hasen einfach rüberziehen und beim Stillen dösen. Nicht selten schlafe ich auch einfach weiter. Sehr praktisch. Außerdem wacht ein Baby, wenn es nah bei der Mutter schläft, auch häufiger zum Stillen auf, was wiederum wichtig für die Entwicklung des Kindes ist. Ziel ist also nicht, möglichst wenig zu stillen, sondern eher das Gegenteil. Vor allem nachts. 
  • Nimmt die Angst vorm Plötzlichen Kindstod! Studien belegen, dass Kinder, die nah bei ihrer Mutter schlafen und häufig gestillt werden, ein deutlich geringeres Risiko haben, an SIDS zu sterben. Und mal ganz ehrlich: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Baby in den Armen der Mutter einfach so ohne Vorwarnung und Grund stirbt.
  • Stärkt die Bindung und das Familienleben! Es gibt doch nichts Schöneres als morgens neben – oder in meinem Fall zwischen – den Liebsten aufzuwachen und noch eine Runde im Bett zu kuscheln. Ich wüsste nicht, wieso ich mit meinem Mann ein Bett teilen darf, unser Baby aber separat schlafen muss. Ne, kommt gar nicht in die Tüte! Und nochwas: Böse Zungen mögen ja behaupten, die Liebe in der Partnerschaft würde zu kurz kommen, wenn die Eltern mit dem Kind in einem Bett schlafen. Bullshit! Erstens ist man jetzt nunmal nicht mehr nur ein Paar, sondern eine Familie und zweites steigert ein Familienbett in Sachen Liebe die Kreativität :-) Paare, die sich nur in einem Bett ihre Zuneigung zeigen können, tun mir da schon eher leid.

 

So, und im nächsten Post gibt es dann die Bauanleitung zu unserem RiesenKuschelWohlfühFamilienBett. Gute Nacht!

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This article has 1 comment

  1. Wir schlafen auch im Familienbett. Die Angst vor sids minimiert es zwar, doch ich kenne einen Fall bei dem ein zwei Wochen altes Baby an Mamas brust starb. Niemand weiß warum. Es ist schrecklich für solche Mütter dann lesen zu müssen,  das ein Kind nicht ohne Grund in den Armen der Mutter stirbt.. Denn genauso war es leider und der Grund wird wohl nie gefunden werden… 

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