Hallo Frau Kast-Zahn

Hallo Frau Kast-Zahn

Na prima, ich hatte mir wirklich fest vorgenommen, endlich mal wieder über etwas anderes wie JKKSL in meinem Blog zu schreiben, zumal ich die Petition und alles was dazugehört auf eine Extra-Website packen wollte. Aber nun kamen mir die Interviews mit Annette Kast-Zahn, der Autorin von „Jedes Kind kann schlafen lernen“ in der ELTERN und  der NIDO (hier ein Interview gemeinsam mit ihrer Tochter aus der Reihe „Wie waren Deutschlands Erziehungsprofis selbst als Eltern?“ nebst Ingeborg Stadelmann und Jan-Uwe Rogge) in die Quere. Und auch wenn sich schon einige Experten, Journalisten und Blogger (siehe unten) dazu geäußert haben, möchte natürlich auch ich noch etwas dazu sagen, oder viel mehr Frau Kast-Zahn ein Briefchen schreiben.

 

Hallo Frau Kast-Zahn,

ich mal wieder. Sie kennen mich noch? Wir hatten im November bereits regen E-Mail Verkehr, den Sie ja leider abbrachen. Aufgrund Ihrer aktuellen Interviews in der ELTERN und der NIDO (hier gemeinsam mit Ihrer Tochter Andrea) schreibe ich Ihnen erneut, dieses Mal jedoch nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich. Schon allein, um Ihr Argument „Es gibt auch kritische Stimmen, vor allem anonym im Internet. Unser Eindruck ist, dass die schärften Kritiker das Buch oberflächlich oder nicht vollständig gelesen haben.“ (JKKSL, Vorwort, Seite 7) zu entkräften. 

Zunächst einmal möchte ich Ihnen sagen, dass ich es befremdlich finde, wie Sie sich gerne als Opfer einer Hetzkampagne sehen wollen. Bei der Petition geht es nicht um Sie als Person sondern die Inhalte eines Buches, die (nennen wir es mal) nicht zeitgemäß und somit unpassend für einen modernen Verlag wie Gräfe und Unzer sind. Wie Sie schon selbst sagen, steht es Ihnen als Autorin natürlich frei, welchem Verlag Sie ihr Manuskript anbieten („Nähme ein Verlag mein Buch aus dem Programm, ginge ich mit meinem Manuskript eben zum nächsten“, Annette Kast-Zahn, ELTERN, 02/2014). Wie es um Ihre Loyalität Ihrem Verlag gegenüber bestellt ist, wissen wir ja nun jetzt. Merkwürdigerweise meldet sich auch Ihr Co-Autor Dr. Morgenroth nicht zu Wort.

Da es sich hier aber um Interviews mit Ihnen als Person handelt, möchte ich Ihnen auch persölich schreiben. Wie Sie wissen, habe ich das Buch gewissenhaft gelesen und muss Ihnen sagen: Wenn ich Ihre Interviews lese, habe ich das Gefühl, Sie sprächen von einem ganz anderen Buch. Wie passen Aussagen wie „…ich rate Eltern, ihrem Baby mit liebevoller Unterstützung beizubringen, wie es allein einschlafen kann…„, „…Und auch danach (nach einem Abendritual) lässt man die Babys ja nicht einfach weinen, sondern begleitet und tröstet sie.“ und „Es geht nicht um das Weinen-lassen, sondern um das Verändern von ungünstigen Einschlafgewohnheiten“ mit folgenden Zitaten aus JKKSL zusammen?

Wenn ein Baby (unter 6 Monaten) nachts nach dem Stillen nicht gleich wieder einschlafen will, lassen Sie es ruhig noch ein Weilchen quengeln. Erst wenn es richtig anfängt zu schreien und sich offensichtlich nicht selbst beruhigen kann, versuchen Sie es zu trösten.“ (JKKSL, Seite 48)
Manche Kinder erbrechen sehr leicht. Die Eltern können es meist vorhersehen, ob bei ihrem Kind heftiges Schreien manchmal zum Erbrechen führt…“ und „Pascal (1 Jahr alt) war vom frühesten Säuglingsalter ein Spuckkind. Auch jetzt noch steigerte er sich manchmal in sein Schreien so sehr hinein, dass er erbrach. Pascal lernte mit der Zeit, dass er durch das Erbrechen leicht seinen Willen durchsetzen konnte. Und er lernte das Erbrechen jederzeit ohne Anstrengung herbeizuführen.“ (JKKSL, Seite 106-107)
Auf diversen Seiten ist von Schreien, Schreiphasen, etc. die Rede ist. Selbst in dem eben genannten Fall (Erbrechen) ist von „heftigem Schreien“ und „ins Schreien hineinsteigern“ die Rede und allein auf Seite 103 steht „Sie tragen die Mahlzeiten und die Schlafzeiten, aber auch die Schrei-Zeiten in ein Protokoll ein“. Sie rechnen also damit, dass das Kind schreien wird. Es geht also es sehrwohl ums Weinen/Schreien (lassen). 

Vom Trösten im eigentlichen Sinne wird im Buch strikt abgeraten. Beispielweise steht im »Plan zum Schlafen lernen« auf Seite 97 explizit: „Nehmen Sie es (das Kind) nicht in den Arm und geben Sie ihm keine »Hilfsmittel« wie Brust oder Fläschchen.“ Oder nehmen wir noch einmal den Fall des Erbrechens: „Machen Sie alles sauber, aber fahren Sie danach mit dem Programm fort….Wenn Sie stattdessen den Plan zum Schlafenlernen sofort abbrechen und Ihrem Kind die gewohnte Einschlafhilfe geben, wird es etwas sehr Ungünstiges daraus lernen: „Durch Schreien bekomme ich nicht die Einschlafhilfe, die ich haben will. Durch Erbrechen schon.““ (JKKSL, Seite 107)

Das sind nur wenige Zitate, die ich alles andere als »liebevoll« bezeichnen würde.

Auch finde ich Ihre Erläuterung zum Thema »Familienbett« im ELTERN-Interview irritierend. Sie sagen, sie fänden (wenn es denn für die Eltern, oder in Ihrem Fall für Ihre Freundin, ok ist) das Familienbett fantastisch. Wie sind dann folgende Sätze im Buch JKKSL auf Seite 66 zu verstehen? „Manche Ehefrau…ist vielleicht froh, wenn die Gegenwart des Kindes regelmäßige sexuelle Kontakte verhindert.“ oder „Mancher Erwachsener…möchte nicht allein schlafen und holt sich deshalb das Kind ins Bett, als Partnerersatz.“

Und nein, das Familienbett – oder nennen wir es besser Co-Sleeping – ist NICHT die ultimative Lösung, es ist natürlich, artgerecht, sprich die Urform des Bettens eines Menschenkindes! Über viele Jahrtausende sicherte ausschließlich das gemeinsame Schlafen von Erwachsenen und Babys/Kleinkindern das Überleben des Menschen und auch heute noch betreibt der Großteil der Weltbevölkerung das Co-Sleeping. Wenn ich Sie hier auch noch einmal zitieren darf: „Dass Kinder im Elternbett häufiger schlecht einschlafen und nachts öfter aufwachen, gilt übrigens nur für unseren Kulturkreis. In anderen Kulturen ist das Familienbett eine Selbstverständlichkeit. Von Schlafstörungen wird dort bei betreffenden Kindern selten berichtet.“ (JKKSL, Seite 65) Dass nicht, bzw. selten von Schlafstörungen berichtet wird, liegt aber nicht daran, dass die Kinder in früheren Jahren oder heutigen anderen Kulturkreisen nicht erwachen, sondern dass es früher/dort als normal angesehen und nicht zu einem Problem gemacht oder pathologisiert wird!
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass nicht die elterliche Anwesenheit, das Stillen, Streicheln o.ä. Einschlafbegleitung als „ungünstige Einschlafgewohnheiten“ angesehen werden dürfen, sondern viel mehr ist es eine ungünstige Einschlafgewohnheit, ein Kind allein in sein Bett zu legen, allenfalls noch die Spieluhr zu betätigen und dann den Raum zu verlassen. Wir – die Gesellschaft in Industrienationen – nehmen den Kindern also die natürlichen Schlafgewohnheiten und diagnostizieren den Kindern dann eine Schlafstörung, wenn sie durch die Kommunikationsmittel, die ihnen zur Verfügung stehen (Weinen/Schreien) die natürlichen, sprich für die Kinder günstigen (Ein)Schlafgegebenheiten wiederherstellen möchten. 

Ja, für die Urform des Schlafens – sprich des gemeinsamen Schlafens – gibt es eindeutige Belege! Und wo wir bei den Belegen wären: Richtig, es gibt keine eindeutige wissenschaftliche Studie, die die Schädlichkeit von Schlafpogrammen belegt (die von Ihnen angebrachte Studie hat der von mir geschätzte Kinderarzt und Evolutionsbiologe Dr. Herbert Renz-Polster auseinander klamüsert und entkräftet). Es gibt aber einen Haufen von Indizien, die dafür sprechen, dass Schlafprogramme und weitere Ratschläge in „Jedes Kind kann schlafen lernen“ die Psyche der Kinder und auch der Eltern belasten oder gar schädigen können. Und auch wenn Sie diese Indizien als bloße „Behauptungen“ abtun und ihre eigenen Aussagen mit Behauptungen wie „Ich bin überzeugt, dass…“ (da messen Sie wohl mit zweierlei Maß?!) entkräften wollen, bleiben diese Indizien bestehen. Weiter bedeutet die Abwesenheit einer eindeutigen Studie hinsichtlich der Schädlichkeit von Schlafprogrammen auch, dass nicht bewiesen werden kann, dass diese Schlafpogramme eben nicht schädlich sind. Die Frage ist doch aber hier, warum es eine solche Studie nicht gibt? Weil eine solche Studie als höchst unethisch betrachtet werden und somit keine Genehmigung bekommen würde. Wenn jedoch eine Studie unethisch ist, soll die Handlung – hier das Schlafprogramm – an sich ethisch vertretbar sein? Schon allein die Möglichkeit, dass durch ein Schlaftraining ein Schaden (seih es in der Eltern-Kind-Bindung, Urvertrauen und späteren Selbstvertrauen, mangelnde Stressresistenz durch hohen Cortisol-Spiegel, oder, oder, oder) angerichtet werden KANN, macht diese Methode moralisch unvertretbar.
Auch an dieser Stelle würde ich gerne noch einmal auf einen Abschnitt im Buch JKKSL eingehen. Ab Seite 128 werden unter dem Begriff „Einwände und Bedenken“ die Leser des Buches, Vortragsbesucher und Eltern in Einzelgesprächen in 4 Kategorien eingeteilt. Eltern, die sich schnelle Erfolge wünschen, Eltern am Limit, Eltern die keine oder kaum Probleme mit dem Schlafverhalten ihres Kindes haben (warum besuchen diese Vorträge zum Babyschlaf, kaufen sich das Buch JKKSL oder buchen ein Einzelgespräch?) und die 4. Kategorie Eltern äußert ernste Bedenken wie „Darf ich meinem Kind den Willen brechen? Kann ich sicher sein, dass ich Ihm keinen seelischen Schaden zufüge? Kann ich sicher sein, dass die Beziehung zwischen mir und meinem Kind nicht belastet wird? Kann das Urvertrauen zerstört werden, wenn ich mein Kind nicht jedes Mal sofort beruhige?“ An dieser Stelle wären Belege oder Studien durchaus angebracht, doch stattdessen gibt es einen Haufen von manipulativen Gegenfragen. Am Ende kommt sogar noch die Behauptung, die auf keinerlei Grundlage basiert: „Sie lassen Ihr Kind nicht im Stich, wenn Sie nach dem Plan zum Schlafen-lernen vorgehen. Sie helfen ihm, etwas zu tun, was es tun kann: ungestört schlafen.“ 

Ich würde auch gerne noch einmal auf Ihre Frage in Bezug auf das Schlaftraining mit Ihrer Tochter eingehen, worauf die Journalistin Nora Imlau die These aufstellt, dass Ihre Tochter weniger das Schlafen gelernt, sondern viel mehr aufgegeben hätte: „Aber bitte, das ist doch eine Frage des gesunden Menschenverstandes: Was soll sie denn aufgegeben haben?“ (Annette Kast-Zahn, ELTERN, 02/2014). Diese Frage beantworten Sie sich selbst in Ihrem eigenen Buch auf Seite 99 im direkten Anschluss zur Erklärung zum »Plan zum Schlafen-lernen«: „Bei dieser Vorgehensweise »verlernt« Ihr Kind das Schreien.“ Nur ein einziger Satz, der fast beiläufig erscheint, aber doch das Kernstück Ihres Buches ausmacht.

Ich möchte auch nochmal klarstellen, dass, anders als Sie es gerne Glauben machen wollen, das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ eben nicht in erster Linie für Eltern bestimmt ist, die sich am Rande des Nervenzusammenbruchs befinden. Erstens sagt der Titel schon aus, dass es für JEDEN bestimmt ist und zweitens macht das auch die Gliederung mehr als deutlich. Kapitel 2 „So wird Ihr Kind von Anfang an ein »guter Schläfer«“ ist also für Eltern von noch ungeborenen oder wenige Wochen alten Kindern gedacht und Kapitel 3 „Wie »schlechte Schläfer« schlafen lernen“ ist dann für Eltern von Kindern ab 6 Monaten, die, wie Sie es nennen eine schnelle, effektive und wirkungsvolle Lösung suchen. Natürlich nicht ohne den Eltern erst einmal ins Gewissen zu reden und Ihnen aufzuzeigen, was sie bisher alles falsch gemacht haben. Zwar werden im ersten Kapitel die verschiedenen Schlafphasen erklärt und im 4. Kapitel finden „Schlafstörungen mit besonderen Ursachen“ wie Nachtschreck und Albträume ihren Platz, aber an keiner Stelle in den bedeutenden Kapiteln 2 (Babys von 0-6 Monaten) und 3 (Babys/Kinder ab 6 Monaten) werden entwicklungsbedingte Unruhezustände wie Tagesverarbeitung, Üben von motorischen Fähigkeiten, Zahnungsbeschwerden, Fremdelphase (Acht-Monatsangst) mit einhergehenden Trennungsängsten, Wachstumsschübe, etc. behandelt…

Wissen Sie, Frau Kast-Zahn, irgendwie kann ich schon verstehen, dass Sie Ihr Werk auf Teufel komm raus verteidigen zu versuchen. Denn schließlich handelt es sich hier nicht allein um einen gewinnbringenden Ratgeber, sondern letztlich haben Sie das darin enthaltende Schlafprogramm bei Ihrer eigenen Tochter angewandt. Sich einzugestehen, dass die Ratschläge in dem Buch vielleicht doch nicht so das Gelbe vom Ei sind, würde dann ja auch bedeuten, eigene Fehler eingestehen zu müssen. Und auch hier mache ich Ihnen keinen Vorwurf. Letztlich waren Sie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort, als Sie damals mit ihrer 7-Monate alten Tochter ihrem Kinderarzt und heutigen Co-Autor beiläufig (wie Sie es noch in Ihrem Buch beschreiben) Ihr Leid plagten. Für Ihn waren Sie augenscheinlich ein gefundenes Fressen, um möglichst schnell das erlangte Wissen seiner Hospitation bei Dr.Ferber in den USA einmal live auszuprobieren. Warum er jedoch ausgerechnet Sie und Ihre Tochter auserkor, wo Sie doch nicht am Ende ihrer Kraft waren oder kurz davor standen, Ihrer Tochter körperlichen Schaden zuzuführen und diese noch nicht das magische Alter von 12 Monaten erreicht hatte, ist mir schleierhaft. Denn genau für diese Personengruppe war das Schlafprogramm doch von Dr. Ferber konzipiert. Ein NOTANKER, bevor ein Kind körperlich verletzt oder gar getötet wird – NICHT aber für JEDES Kind. Aus welchem Grund Sie beide aus diesem Konzept ein Buch für JEDERMANN (bzw. JEDERFRAU) geschrieben haben, bleibt nach wie vor im Verborgenen.
In der NIDO sagen Sie „Ich fühlte mich eigentlich ganz kompetent als Mutter.“ und dennoch haben Sie sich Ihre Kompetenz nehmen lassen, bzw. diese abgegeben. Ich würde Ihnen gerne eine wirklich ernst gemeinte Frage stellen: Wie wäre Ihr (berufliches) Leben verlaufen, wenn Ihnen Herr Dr. Morgenroth folgende (oder ähnliche Worte) gesagt hätte?

„Liebe Frau Kast-Zahn, schauen Sie sich Ihre Tochter an. Sie ist ein wundervolles, einzigartiges Baby und das hat Sie Ihnen als Mutter zu verdanken! Sie braucht Sie und das zeigt Sie Ihnen. Ja, das Leben mit Baby kann hin und wieder kräftezehrend sein. Aber glauben Sie mir und vertrauen Sie Ihren Fähigkeiten als Mutter. Ihre Tochter befindet sich gerade in einer sensiblen Phase. In der Fremdelphase, die typischerweise in genau dem Alter beginnt, braucht ein Kind elterlichen Rückhalt. Es passieren jeden Tag so viele neue Dinge, die Ihre Tochter mit Ihrer Hilfe verarbeitet. Die Zähne schießen ein und jeder, der schon einmal Zahnschmerzen hatte, kann nachempfinden, wie sich Babys fühlen, wenn die Zähne durchbrechen. Sie schaffen das gemeinsam! Scheuen Sie sich nicht, Hilfe von Freunden, Bekannten oder auch Organisationen o.ä. einzufordern und anzunehmen und tauschen Sie sich mit anderen Müttern aus. Sie sind eine tolle Mutter, die Beste, die sich Ihre Tochter wünschen könnte…“ Hätten Sie dann auch ein Buch geschrieben? Wären Sie dann auch noch auf der Suche nach einer schnellen, effizienten und wirkungsvollen Methode gewesen, in das natürliche Verhalten Ihres Kindes einzugreifen?

Zugegeben, eine kinderfreie Nacht ist auf die natürliche Art nicht so schnell in Sicht. Aber wollen wir in unserer leistungsorientierten Gesellschaft, in der bereits Kinder und Jugendliche unter psychischen Problemen leiden und mit Medikamenten ruhig gestellt werden und Zwanzigjährige ausgebrannt sind, unser Babys und Kleinkinder in ein vorgeformtes, auf Schnelligkeit und Effizienz basierendes Konzept pressen? 

“It’s not our job to toughen our children up to face a cruel and heartless world. It’s our job to raise children who will make the world a little less cruel and heartless.” (L.R. Knost)

MfG,

Tanja Wiemann

 

Ich konnte mich einfach nicht kurz fassen. Sorry! Ich bin gespannt, ob ich eine Antwort bekomme…

Und hier einige Statements zu den Interviews:

Artgerecht Projekt / 123windelfrei – Gedanken zum Interview mit A. Kast-Zahn in der ELTERN – ein fehlendes Puzzleteil
Julia Dibbern – Schreien lassen tut nicht gut
Nora Imlau – Was ich von Annette Kast-Zahn übers Ferbern gelernt habe
Dr. Herbert Renz-Polster / Kinder verstehen – Babyschlaf und Ferbern
Einfach-Eltern® – Können Babys lernen, allein einzuschlafen?
Geborgen Wachsen – Gedanken zum Interview mit Annette Kast-Zahn
Das gewünschteste Wunschkind – Frau Kast auf den Zahn gefühlt (Parallelen zur Schwarzen Pädagogik)

 

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This article has 10 comments

  1. Also ich finde diesen offenen Brief klasse. Und eine Hetzjagt ist denke ich etwas ganz anderes. Wer so in der öffentlichkeit steht muss eben auch Kritik ertragen können. Und Aussagen zurückziehen aus dem eigenen Buch naja…..Ehr peinlich… Vielen Dank für diesen tollen Brief. Ich werde ihn wärmstens weiterempfehlen 😉
    Liebe Grüße

  2. Hallo,

    ich wollte auch gerne mitteilen, dass der brief super ist, petition wurde auch unterschrieben.

    Allerdings hat mich etwas stutzig gemacht, und hat hier nicht direkt was mit dem buch zu tun, als vielmehr mit der aussage
    (wenn es denn für die Eltern, oder in Ihrem Fall für Ihre Freundin, ok ist)

    wären denn Frau Kast-Zahn mit Ihrer Freundin, denn weniger Eltern, als es die klassischen Eltern sind.
    Ich glaube, dass diese Aussage hier nicht so recht passt, denn somit sprechen sie Ihr/Ihnen ab Eltern zu sein, ohne jetzt tatsächlich auf die Kompetenzen von Frau Kast-Zahn als Mutter/Elternteil einzugehen.
    Meine Ehefrau und ich sind Vollblutmütter und leben das Attachment Parenting, und ich finde dieses Buch wirklich Herzzerreisend.
    Trotzdem könnte diese Aussage irreführend sein und bedeuten, dass Frau Kast-Zahn diese Meinung vertritt weil sie eine Lesbe ist und ja deshalb keine Ahnun haben kann von Kindern und Erziehung.

    Danke und Liebe Grüsse
    Wolfsbaby

    • Vielen Dank für dein Feedback. Der Hinweis zu der Freundin von Frau Kast-Zahn mag für Menschen, die das Interview in der ELTERN nicht kennen, in der Tat irreführend sein. Das habe ich so gar nicht verstanden und gemeint, sondern bezog mich wie gesagt auf folgenden Abschnitt im besagten Interview:“Wenn es allen Beteiligten damit gut geht, ist es für viele Familien die allerbeste Lösung. Eine enge Freundin von mir hat das Familienbett mit vier Kindern gleichzeitig praktiziert, das finde ich fantastisch. Nur: Anders, als es einige Kritiker oft darstellen, ist das Familienbett nicht die ultimative Lösung aller Schlafprobleme.“

      Liebe Grüße,
      Tanni

  3. […] geschriebener Offener Brief von Tanja Wiemann an Annette Kast-Zahn (Feb. […]

  4. Hallo! Ganz wundervoller Brief und ich bin gespannt auf die Antwort. Ich selbst bin Mutter einer 16 Monate alten Tochter, deren durchgeschlafene Nächte (ich definiere diese als 6 oder mehr Stunden schlafen) ich noch problemlos zählen kann. Es gibt Tage, da kann ich nicht mehr, aber trotzdem ermuntere ich mich selbst durchzuhalten, bis die Kleine selbst soweit ist regelmäßig länger zu schlafen, statt sie zu irgendetwas zu zwingen.

  5. Frau Wiedmann, es ist schon komisch wie Sie die Tatsachen verdrehen. Erst wollen Sie mit ihrer Petition den GU-Verlag dazubringen das Buch aus dem Programm zu nehmen. Dann werfen sie Frau Kast-Zahn mangelnde Treue gegenüber ihrem Verlag vor, wenn der Verlag Ihrer Aufforderung nachkommen sollte. Falls der GU-Verlag das Buch aus dem Programm nimmt, hat Frau Kast-Zahn das Recht woanders ihr Glück zu versuchen. Keine Sorge, das Buch wird nicht aus dem Programm genommen. Sie sprechen Frau Kast-Zahn die Kompetenz als Mutter ab. Das dürfen Sie der Mutter von drei Kindern ruhig selber üerlassen. Solange Frau Kast-Zahn, ihr Mann und ihre Kinder glauben, dass Sie eine gute Mutter ist, so ist das mehr wert als Ihre (Frau Wiemann) Annahme. Frau Kast-Kast Zahn sagt, das es Ihrer Tochter nach dem Programm besser ging als vorher. Sie hat wohl mehr Einblicke in die Psyche ihrer Kinder als Sie. Dann belassen Sie es eben dabei. Sie können die Eltern nicht ändern, die andere Meinungen über die Aufzucht von Kindern haben. Tja auch die Experten sind sich nicht einig. Das Buch wird im Programm bleiben, da kann auch keine Petition was ändern. Es hat vielen Eltern und deren Kindern geholfen. Lesen Sie einfach mal die Fünf- und Vier-Sterne Bewertungen bei Amazon. Noch mal es gibt unterschiedliche Auffassungen zur Erziehung von Kindern. Deswegen hatte der rege E-Mailverkehr am Ende keinen Sinn mehr. Die beiden Positionen sind unvereinbar und so Frau Kast-Zahn brach den Kontakt ab.

    • Hallo Frau Bormann,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich verstehe nicht ganz, wo ich die Tatsachen verdrehe.
      Selbstverständlich hat Frau Kast-Zahn das Recht, ihr Manuskript einem anderen Verlag anzubieten. Genauso schreibe ich es in meinem Brief. Ich spreche Frau Kast-Zahn keine Kompetenz ab. Sie selbst hat ihre Kompetenz für meinen Begriff an ihren Kinderarzt und heutigen Co-Autor abgegeben. Auch das beschreibe ich in meinem Brief.
      Ob der GU Verlag „Jedes Kind kann schlafen lernen“ auf Dauer im Programm behält, wird sich zeigen.

      Ich denke, dass es deutlich mehr Bücher und Experten gibt, die verunsicherten und hilfesuchenden Eltern eine echte Stütze bieten, als es JKKSL kann. Ich für meinen Teil werde mich in jedem Fall weiterhin dafür einsetzen, die Kompetenzen frischgebackener Eltern zu stärken, damit diese auf ihre Intuition vertrauen.

      MfG,
      Tanni

  6. Guten Abend Frau Wiemann,

    ich meine das so. Zwischen Frau Kast-Zahn und dem GU-Verlag besteht ein Vertrag. Frau Kast-Zahn stellt ihr Manuskript dem Verlag zur Verfügung und der Verlag kümmert sich um die Vermarktung und Frau Kast-Zahn bekommt 5-10% (oder so) des Verkaufspreises pro Buch. Beide profitieren. Nun entscheidet sich eine Partei, in diesem Fall der Verlag, den Vertrag zu kündigen. Wem ist dann mangelnde Treue vorzuwerfen. Doch nicht Frau Kast-Zahn, sondern dem Verlag.

    Nein ich glaube nicht, dass Frau Kast-Zahn ihre Kompetenzen abgeben hat. Nein Sie hat sich Hilfe gesucht. Das einzige was Ihnen nicht schmeckt, es war Ihrer Meinung nach der falsche Experte. Frau Kast-Zahn hat anders gehandelt als Sie gehandelt hätten. Deswegen muss sie sich von Ihnen ihre Kompetenz als Mutter absprechen lassen. Sie messen hier mit zweierlei Maß. Wenn hilfesuchende Eltern zu Ihnen kommen, dann stärken Sie Ihnen den Rücken. Wenn hilfesuchende Eltern das Buch lesen, geben sie die Kompetenz ab. In beiden Fällen sind Vater und Mutter mit ihrem Latein am Ende und Sie benötigen Hilfe von außen. Der Weg jeweils ist ein anderer.

    Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: es ist gut das Sie Eltern bestärken. Es ist auch wichtig. Bestärken Sie die Eltern die von Ihnen beraten werden wollen. Andere dürfen woanders suchen. Ja es gibt mehr Bücher. Alleine zum Babyschlaf mehr als 20. Ebendarum, Eltern dürfen wählen.

    Sie dürfen weiterhin mit Ihre Petition um Unterschriften werben, der Verlag bestimmt zum Glück selber über seine Bücher und Eltern folgen JKKSL oder eben nicht.

    Anett

    • Liebe Frau Bormann,
      lesen Sie doch bitte meinen offenen Brief an Frau Kast-Zahn noch einmal. Vielleicht erübrigen sich dann die ein oder anderen Ungereimtheiten.

      Noch einmal: Ich spreche Frau Kast-Zahn ihre Kompetenzen bei ihrem eigenen Kind nicht ab. In meinen Augen hat sie sie selbst an ihren damaligen Kinderarzt abgetreten. Allerdings überschreitet Frau Kast-Zahn mit ihrem Buch ganz klar ihre Kompetenzen, indem sie die Leser_innen manipuliert und ohne wissenschaftliche Grundlage sagt, was falsch und was richtig sei. Neben den genannten Zitaten in meinem offenen Brief finden Sie noch viele weitere Zitate aus dem Buch auf der Facebook-Seite „SchlussmitJKKSL“. Hier können Sie sich gerne eine umfassendes Bild machen.

      Ich bin übrigens nicht in der Beratung tätig, verdiene mit meinem Engagement für ein Ende von JKKSL kein Geld und bin somit keine Konkurrentin von Frau Kast-Zahn. Ich bin eine mündige Mutter, so wie die vielen Hundert Unterstützer_innen der Kampagne auch, die sich für einen liebevollen Umgang mit Babys und Kindern einsetzen.

      Eines noch: Wenn Sie meinen Brief oder auch das Buch JKKSL gelesen haben, wüssten Sie, dass weder Frau Kast-Zahn sich Hilfe bei ihrem Kinderarzt gesucht hat, noch der überwiegende Teil der Leser_innen von JKKSL in dem Buch eine letzte Rettung sehen. Und genau das ist das Problematische an dem Buch: Es suggeriert, dass Eltern ihrem Kind das Schlafen beibringen müssen. Und dem ist definitiv nicht so!

      Vielen Dank, dass Sie sich so vehement für Frau Kast-Zahn einsetzen und sie verteidigen zu versuchen. Ich bin mir jedoch sicher, dass Frau Kast-Zahn sehr gut für sich selbst sprechen kann und sehe somit einer Antwort von ihr persönlich mit Freude entgegen.

      Alles Gute Ihnen!
      Tanni

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